LMI Psychologische Testverfahren
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LMI Demtröder

Psychologisches Testverfahren LMI
(Leistungs-Motivations-Inventar)

Messverfahren zur (beruflichen) Leistungsmotivation
(Schuler & Prochaska, 2001)


Früher: Anweisungen anstatt eigener Motivation

Früher war - sehr viel mehr als heute – die Berufsausübung durch umfassende Regeln bestimmt. Mitarbeiter hatten Handlungsanweisungen zu befolgen und verfügten fast über keinen eigenen Handlungsspielraum. Da spielte der Aspekt der „beruflichen Motivation“ der Mitarbeiter keine große Rolle bezogen auf die Erreichung der vorgegebenen zumeist sehr engen Ziele.


Heute: Leistungsmotivierte Mitarbeiter sind gefragt

Immer dann, wenn Mitarbeiter – wie heute häufig - viele Freiräume und Entscheidungsmöglichkeiten haben, kommt der beruflichen Leistungsmotivation eine zentrale Bedeutung zu. Leistungsmotivierte Mitarbeiter sind gefordert, wenn es gilt, eigene Entscheidungen zu treffen und wenn der unmittelbare Vorgesetzte wenig Einblick in die Arbeitsweise und die erbrachte Leistung hat.


Ich setze das LMI häufig im Rahmen von Personalauswahlverfahren ein. Es dient als Ergänzung zu Interviewverfahren oder als ein Bestandteil von Potenzialeinschätzungen oder Assessment Center.

Das Verfahren LMI


Das LMI integriert die wichtigsten Einzeldimensionen, die in den verschiedenen Leistungsmotivationstheorien angesprochen werden. Dabei wurde der Versuch unternommen, möglichst alle berufserfolgsrelevanten Aspekte zu berücksichtigen.


Der sehr breit angelegte persönlichkeitstheoretische Hintergrund des LMI geht davon aus, dass Leistungsmotivation als grundsätzliche ‚Ausrichtung vieler Anteile der Persönlichkeit auf die Leistungsthematik hin‘ (die Autoren) erstanden wird. Der Test unterscheidet 17 Dimensionen oder »Leistungsorientierungen«, die mit jeweils 10 Fragen (Items) gemessen werden: Beharrlichkeit, Dominanz, Engagement, Erfolgszuversicht, Flexibilität, Flow, Furchtlosigkeit, Internalität, Kompensatorische Anstrengung, Leistungsstolz, Lernbereitschaft, Schwierigkeitspräferenz, Selbstständigkeit, Selbstkontrolle, Statusorientierung, Wettbewerbsorientierung und Zielsetzung.


Die Items sind weitgehend berufsbezogen formuliert. Die Auswertung erfolgt dimensionsspezifisch und es wird ein Gesamtwert der Leistungsmotivation ermittelt.Der Teilnehmer markiert auf einer siebenstufigen Skala das Ausmaß seiner Zustimmung zu den dargebotenen Aussagen.


Die Fragen differenzieren stark zwischen motivierten und weniger motivierten, erfolgreichen und nicht erfolgreichen Mitarbeitern. So erzielen z. B. Unternehmensgründer (innerhalb der gesamten Normgruppe des Testverfahrens) Spitzenwerte. Und Spitzensportler zeichnen sich gegenüber allen anderen Gruppen durch eine extrem hohe Wettbewerbsorientierung aus. (Als Beleg für die Konstruktvalidität des Verfahrens herangezogen).


Die Bearbeitungszeit beträgt ca. 35 Minute. Die Ergebnisse werden in Profilform dargestellt.

Testauswertung
Da es persönliche Eigenschaften keinen festen Nullpunkt gibt, wie z.B. bei der Temperatur, lassen sich Menschen hinsichtlich der Ausprägung ihrer Eigenschaften immer nur relativ zu anderen Personen beschreiben. Die Aussage "Bei Herrn X ist die Leistungsmotivation hoch ausgeprägt" bedeutet insofern: "Im Vergleich zu anderen (relevanten Bezugspersonen), ist die Leistungsmotivation bei Herrn X hoch ausgeprägt".


Für das LMI liegen verschiedene Normdaten vor; bisher wurde das Verfahren an mehr als 3500 Personen angewendet. Es liegen Normwerte für Schüler von kaufmännischen Klassen, Abiturienten, Studenten, Berufstätigen und Hochleistungssportlern vor. Eine separate Norm für Arbeitslose sowie für Gründungsunternehmer (erhoben im Rahmen eines Projekts des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg zur Feststellung der Eignung von Existenzgründern – „S&F Gründerdiagnose“), sind in Vorbereitung.

Einsatzmöglichkeiten des LMI
Immer dann, wenn es um Themen der Leistungsmotivation geht, z.B. bei der Auswahl von Personal, bei Begutachtungen von Mitarbeitern des eigenen Unternehmens, in Coachingprozessen kann der Einsatz des LMI sinnvoll sein.

Kurzfassung des LMI
Es steht eine Kurzfassung mit 30 Items zur raschen Ermittlung eines Gesamtwerts zur Verfügung, die Bearbeitungszeit beträgt weniger als 10 Minuten. Der Verwendungszweck bestimmt die Wahl zwischen der differenzierten Langform und der effizienteren Kurzform.


Details zur Testentwicklung und zu den Testkennwerten finden sich im Handbuch des Testverfahrens, das über die Testzentrale erhältlich ist.

www.testzentrale.de/programm/leistungsmotivationsinventar-2.html

Weitere Informationen
Die Einzeldimensionen des LMI (PDF)