BIP Demtröder
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Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (BIP)

R. Hossiep, M. Paschen, O. Mühlhaus

Berufsbezogene Persönlichkeit im BIP

Das Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (‚BIP‘) ist eines der ersten Verfahren, das sowohl den beruflichen Kontext in den Vordergrund stellt als auch den wissenschaftlichen Gütekriterien genügt. Das ‚BIP‘ wurde speziell für Anwendungen im Personalmanagement entwickelt. Es beansprucht deshalb nicht, die menschliche Persönlichkeit umfassend abzubilden, sondern lediglich in den für das Berufsleben relevanten Facetten. Durch die berufsbezogene Formulierung der Fragen und den Verzicht auf klinisch-psychologische Inhalte verringert das ‚BIP‘ Akzeptanzprobleme der zu testenden Personen.

Die Persönlichkeitsdimensionen im BIP
Das ‚BIP‘ (in der von mir verwendeten Forschungsversion) bezieht sich auf 17 relevante Persönlichkeitsdimensionen im Berufsleben, die in der unteren Abbildung dargestellt sind (14 Dimensionen in der veröffentlichten 3.ten revidierten Fassung). Damit werden persönliche Eignungsvoraussetzungen erfasst wie „Arbeitsverhalten“, „Berufliche Orientierung“, „Soziale Kompetenzen“ und „Psychische Konstitution“.

BIP


Das Handling

Der Test kann als Papier-und Bleistift-Verfahren oder Online bearbeitet werden. Dabei gilt es für die Teilnehmer, insgesamt 251 Fragen zu bearbeiten, mit denen sie sich auf einer Skala von 1 (trifft voll zu) - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 (trifft überhaupt nicht zu) selbst beschreiben. Die Durchführungszeit des ‚BIP‘ liegt bei etwa 45 Minuten. Es ist auch eine Kurzform (‚BIP F6‘) verfügbar.

Testauswertung
Für persönliche Eigenschaften gibt es keinen festen Nullpunkt, wie z.B. bei der Temperatur. Deshalb lassen sich Menschen hinsichtlich der Ausprägung ihrer Eigenschaften immer nur relativ zu anderen Personen beschreiben. Die Aussage "Bei Herrn X ist die Teamorientierung hoch ausgeprägt" bedeutet insofern: "Im Vergleich zu anderen (relevanten Bezugspersonen), ist die Teamorientierung bei Herrn X hoch ausgeprägt"
Es gibt keine grundsätzlich guten bzw. richtigen oder schlechten Testergebnisse, d.h. hohe Werte sind nicht immer positiv und niedrige Werte negativ zu beurteilen. Die Bewertung hängt wesentlich vom Anforderungsprofil der Stelle ab. So sind z.B. im Vertrieb und im Controlling ganz unterschiedliche Stärken gefragt. Ein Vorteil von wissenschaftlich entwickelten psychologischen Fragebogen ist, dass es Informationen (Daten) über verschiedene heranzuziehende Vergleichsgruppen (Normgruppen) gibt, die eine sinnvolle Interpretation der einzelnen Ergebnisse erst ermöglichen.


Einsatzmöglichkeiten des ‚BIP‘

Das ‚BIP‘ kann zu verschiedenen Fragestellungen angewendet werden, so z.B. im Rahmen von Coachingmaßnahmen, Personalentwicklungsmaßnahmen, Auswahlprozessen,
Feedbackprozessen oder zur persönlichen Standortbestimmung bzw. Karriereberatung.

Fremdeinschätzung (‚BIP FI‘)
In vielen Fällen ist die Ergänzung der Selbstbeschreibung aus dem ‚BIP‘ um das Fremdbild sinnvoll. So können durch eine Fremdeinschätzung und durch den Vergleich mit der eigenen Einschätzung die eigene Wirkung auf andere Personen und eventuelle Bewertungsunterschiede transparent gemacht werden. Deshalb wurde das ‚BIP-FI‘, welches die gleichen Dimensionen wie das ‚BIP‘ enthält, zur systematischen Erfassung des Fremdbildes entwickelt. Personen aus dem beruflichen Umfeld des Teilnehmers bearbeiten das ‚BIP FI‘. Das Ergebnis der Fremdbeschreibung wird in Form eines grafischen Profils dargestellt; ebenfalls steht die grafische Gegenüberstellung von Selbstbild und Fremdbild zu Verfügung.


Bei entsprechender Fragestellung, können mit dem kombinierten Einsatz von Selbst- und Fremdbeschreibungsinventar auch Stärken und Schwächen eines gesamten Arbeitsteams betrachtet werden.

Anforderungsprofil (‚BIP AM‘)
Im Zusammenhang mit externen Stellenbesetzungen und internen Platzierungen kommt einem fundierten Anforderungsprofil als Basis für die weiteren eignungsdiagnostischen Schritte eine wichtige Rolle zu. Mit Hilfe des ‚BIP-AM‘ ist es möglich, der Konzeption des ‚BIP‘ folgend, überfachlicher Anforderungen systematisch zu erfassen. Das Instrument bietet somit eine sehr gute Hilfestellung, um eine möglichst optimale Passung zwischen der Persönlichkeit eines Mitarbeiters (‚BIP‘) und den Anforderungen einer Tätigkeit (‚BIP AM‘) herzustellen. 


Weitere Informationen auch zur Testentwicklung, zu den Testkennwerten und zu den Vergleichsgruppen des ‚BIP‘ siehe:
www.testzentrale.de/.../bochumer-inventar-zur-berufsbezogenen-personli...www.testentwicklung.de/testverfahren/BIP/index.html.de

Weitere Informationen
Die Dimensionen des ‚BIP‘ und die Beschreibung der hohen Ausprägungen ( PDF)